von Judith Urban

Stillstand ist keine Option

Gedanken in Zeiten der Corona-Pandemie

Rolf Bertram, Markus Krieger und Dr. Frank Schidlowski empfangen Staatssekretärin Andrea Milz und Fraktionsvorsitzenden und Sprecher im WLA Harald Baal (CDU) im PTSV Aachen.

Nicht nur für die Ladies in Black Aachen gewinnt die Weiterentwicklung des Sportpark Soers zunehmend an Bedeutung – auch und gerade in Zeiten von Corona.

Zugegeben, in einer Zeit des absoluten Stillstandes ist Wachstum nicht der erste Gedanke, den Menschen mit einem Sportverein in Verbindung bringen. Schließlich zwingt Covid-19 uns alle dazu, innezuhalten und alltägliche Dinge, die für uns zur Gewohnheit geworden sind, neu zu überdenken.

Auch wenn dieses Überdenken gerade in allen Branchen gleichermaßen stattfindet und darüber entscheidet, wie und ob es mit fortschreitender Pandemie für einzelne Betriebe weitergeht, sehen Sportvereine wie der PTSV Aachen sich mit ungeahnten Herausforderungen konfrontiert. Abstandsregelungen und erweiterte Hygienevorschriften erfordern ein hohes Maß an Kreativität – und in erster Linie Platz, um Präsenzsportangebote zukünftig wieder aufnehmen zu können.

Mit knapp 4000 Mitgliedern zählt der PTSV Aachen zu den größten Breitensportvereinen in der Städteregion Aachen. Über mehrere Sportstätten erstrecken sich 18 Abteilungen, die vielen Mitgliedern nicht nur die Möglichkeit eröffnen, regelmäßig Sport zu treiben, sondern über gesundheitliche Aspekte hinaus ein soziales Umfeld aufzubauen und ein vereinstypisches Miteinander zu erleben. Der PTSV Aachen ist für viele Mitglieder sportliche Heimat und persönlicher Halt zugleich – und damit so viel mehr als eine reine Sportinstitution.

Schon vor der Corona-Pandemie stand die Notwendigkeit im Raum, die Sportstätten des Vereins zu vergrößern, um einerseits den bestehenden Mitgliedern auch weiterhin qualitativ hochwertige sportliche Angebote bieten zu können. Zum anderen sollte ein wichtiger Beitrag zur Weiterentwicklung des Sportpark Soers als elementarer Bestandteil des Freizeit- und Breitensports für alle Aachenerinnen und Aachener geleistet werden – ein Anliegen, das bereits seit längerem auf der politischen Agenda steht.

Die Idee, die aus dieser Notwendigkeit heraus geboren wurde, war ein multifunktionaler Sportkomplex auf dem Gelände des ehemaligen Polizeipräsidiums: die PTSV Arena. Diese sollte nicht nur dem eigenen Sportbetrieb mehr Raum gewähren und weitere Nutzungen durch Schulen, Nachbarvereine, Physiotherapeuten oder sogar Sportmediziner ermöglichen, sondern auch den Spielbetrieb der Ladies in Black Aachen in der 1. Volleyball Bundesliga sichern. Schließlich entspricht die aktuelle Spielstätte, die aufgrund von Renovierungsarbeiten nur bedingt bespielbar ist, nicht den Anforderungen an eine Halle, die für den Spielbetrieb in der 1. Volleyball Bundesliga laut Lizenzstatut bestehen – sowohl mit Blick auf die Maße der Halle, das Fassungsvermögen an Zuschauern als auch gemessen an der technischen Ausstattung.

Es besteht also Handlungsbedarf, nicht nur aus Sicht des PTSV Aachen. Benötigt werden Flächen, um dem Aachener Sportbedarf im Breiten-, Nachwuchs- und Spitzensport gerecht zu werden. Diese Sicht ist auch auf politischer Ebene vertreten; so äußerte Staatssekretärin Andrea Milz sich bei ihrem gemeinsamen Besuch mit Fraktionsvorsitzendem und Sprecher im WLA Harald Baal (CDU) im PTSV Aachen bereits im Februar 2020 positiv zu den Entwicklungsbestrebungen des Breitensportvereins. Auch Förderprogramme berücksichtigen den Verein; jedoch reichen die Fördersummen kaum, um den aktuellen Herausforderungen – auch losgelöst von der Idee einer PTSV Arena – entgegenzutreten. Der Verein erhofft sich, dass mit Hilfe der Stadt Aachen zeitnah eine Lösung auch im Hinblick auf die Grundstücksproblematik gefunden wird.

Das Vereinsleben, das viele Menschen schätzen, muss in Zeiten von Corona neu gedacht werden. Abstands- und Hygieneregeln werden auch nach dieser Pandemie einen neuen Stellenwert in unserer Gesellschaft besitzen. Ziel ist es, fortschrittlich genug zu denken, um auch in Post-Corona-Pandemie-Zeiten bestehen zu können. Warum nicht mit einer angedachten Erweiterung des PTSV-Vereinsgeländes oder einem multifunktionalen Sportkomplex, der so viel mehr ist als eine wettbewerbsfähige Sportspielhalle für die Ladies in Black Aachen? Bis die Bereitschaft besteht, die nächsten Schritte zu gehen, versucht der PTSV Aachen – wie alle anderen Branchen auch – sich in Zeiten von Corona neu zu erfinden und das Unmögliche möglich zu machen. Z.B., in Zeiten von Corona nur zu überleben.

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